Cyber…waaas?

Ein bisschen erinnert uns das Wort Cyber an Zauber. Cyber ist heute in aller Munde. Aber eigentlich weiss niemand so präzise, was das ist. Es ist wie beim Zaubern, einfach umgekehrt. Zaubern kann niemand, und doch hat man bei einem guten Illusionisten das Gefühl, dass es möglich ist. Beim «Cybern» hingegen weiss man, dass es das gibt, aber es ist nicht wirklich fassbar. Der Titel dieser Ausgabe befasst sich mit dem gefährlichsten Teil für uns KMU: mit Cyber-Crime. Weil es aber so kompliziert ist, nehmen sich unsere KMU selten die Zeit, sich darum zu kümmern. Keine gute Idee, denn alles, was in diesem Zusammenhang auf uns zukommt, kostet Geld. Keine Firma in der Schweiz ist zu klein, um nicht Opfer eines Angriffes zu werden!

Mythos Netzwerken

Jetzt aber genug mit dem IT-Zeug, reden wir über unsere menschlichen Netzwerke. Ich bin immer wieder an Anlässen dabei, an denen mir eifrige Jungunternehmende ihre Visitenkarten überreichen. Irgendwer hat ihnen mal gesagt, dass «netzwerken» wichtig sei. Es gibt auch Business-Clubs, in denen das gegenseitige «geschäften» (also Visitenkarten austauschen) der einzige Gegenwert für den teilweise recht hohen Mitgliederbeitrag ist. Aber entsteht aus einem Kärtli-Tausch tatsächlich eine beständige Partnerschaft? Eher nicht, und trotzdem hält sich dieser Mythos hartnäckig. Für Erfolg in diesem Bereich braucht es mehr Engagement, einfach einen kleinen Karton zu überreichen reicht nicht. Ein gutes Netzwerk basiert auf Vertrauen. Das entsteht, wenn man sich zum Beispiel in einem Gewerbeverein engagiert. Mithilfe bei einem gemeinsamen Projekt oder gar Mitarbeit in einem Vorstand sind dafür die besten Werkzeuge. Denn wenn man miteinander ein Problem anpackt und löst, lernt man die Menschen kennen und merkt, wie sie ticken. Auf dieser Basis entsteht ein Netzwerk, das auch in eine geschäftliche Beziehung führen kann. In unseren Gewerbe- und Berufsverbänden ist dies jederzeit mit einem kleinen Mitgliederbeitrag möglich. Machen Sie mit, nutzen Sie die Möglichkeiten, erleben Sie, wie ein wertvolles Netzwerk entsteht. Passiert nicht von heute auf morgen, aber es ist nachhaltig und belastbar.

Und zum Schluss noch die Pflicht

Damit meine ich Politik und dieses Jahr ganz speziell unsere Volksabstimmungen. Im März haben wir mit dem Ja zur 13. AHV-Rente bereits knapp 5 Milliarden Franken jährlich bewilligt, bei denen die Finanzierung unklar ist. Jetzt kommt mit der Prämienentlastungs-Initiative der nächste ordnungspolitische Sündenfall auf uns zu: Damit sollen ab 2030 weitere knapp 12 Milliarden Franken jährlich ausgegeben werden, Finanzierung unklar. Ganz ehrlich: Das funktioniert in meinem KMU-Hirn einfach nicht! Ich pflege zuerst sicherzustellen, dass ich das Geld habe und gebe es erst dann aus… Und zum Schluss noch «ganz ehrlich 2»: Solche Dinge passieren, wenn die Politik nicht in der Lage ist, effektive Probleme (AHV-Finanzierung und KK-Prämien-Explosion) zu lösen. Blöd nur, dass auch wir KMU das mit ausbaden dürfen.

Werner Scherrer

Präsident KMU- und Gewerbeverband Kanton Zürich KGV

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