Mensch, Arbeit, Hitze und künstliche Intelligenz: wird es so heiss gegessen wie gekocht?

Künstliche Intelligenz, Robotik, Digitalisierung, New Work und gleichzeitig Klimawandel und steigende Temperaturen. Unsere Arbeitswelt verändert sich rasant. Das ist nicht neu. Neu ist vielleicht die Geschwindigkeit, mit der heute vieles gleichzeitig geschieht. Dabei betrifft der Wandel längst nicht mehr nur den Büroarbeitsplatz.

Künstliche Intelligenz optimiert Prozesse, Maschinen übernehmen körperlich belastende Arbeiten und digitale Hilfsmittel erleichtern den Arbeitsalltag auch in handwerklichen Berufen. Das ist grundsätzlich eine gute Entwicklung. Technologie kann uns von Routine entlasten, körperliche Belastungen reduzieren und Raum für Aufgaben schaffen, bei denen der Mensch unersetzlich bleibt.

Nicht alle Mitarbeitenden bringen jedoch dieselben digitalen Voraussetzungen mit. Wer älter ist, wenig Erfahrung mit neuen Technologien hat oder die Landessprache noch nicht sicher beherrscht, braucht möglicherweise mehr Zeit und Begleitung. Hier sind Unternehmen gefordert, und zwar mit einem Onboarding, das integriert und fördert. Natürlich löst KI auch Ängste aus. Welche Tätigkeiten werden verschwinden, welche Berufe verändern sich grundlegend? Müssen wir künftig alle digital affin sein, um auf dem Arbeitsmarkt bestehen zu können? Herausforderungen, die es zugegebenermassen schon immer gegeben hat; jedoch nicht in dieser Geschwindigkeit.

Gleichzeitig sehen wir uns gerade jetzt mit einem Klimawandel am Arbeitsplatz konfrontiert: Temperaturen über 30 Grad werden häufiger. Was im Büro die Konzentration und Leistungsfähigkeit beeinträchtigt, kann bei körperlicher Arbeit im Freien zu einem ernsthaften Gesundheitsrisiko werden. Eine grosse Verantwortung ist damit verbunden: Der Gesundheitsschutz braucht Antworten, die den Arbeitsrealitäten, Branchen und Tätigkeiten gerecht werden.

Gefragt sind Lösungen, die Schutz und wirtschaftliche Realität miteinander verbinden. Die Arbeitswelt von morgen wird anders sein: digitaler, automatisierter und vermutlich auch heisser. Dies verlangt Offenheit, Weiterbildung, vernünftige Rahmenbedingungen und die Bereitschaft von Arbeitgebern und Mitarbeitenden, Verantwortung zu übernehmen. Gemeinsam können wir dafür sorgen, dass aus Veränderung auch Verbesserung wird.

Barbara Rüttimann

Kolumnistin und Kommunikationsberaterin

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