IT-Resilienz: Darum sollten KMU auf den digitalen Gesundheitscheck setzen

Um die Wettbewerbsfähigkeit und die Resilienz zu stärken, ist es für KMU entscheidend, die IT-Infrastruktur regelmässig einem gründlichen Gesundheitscheck zu unterziehen. Diese Überprüfungen sind der Schlüssel zu einer nachhaltigen, effizienten und sicheren digitalen Zukunft.

Autor Philipp Schweizer ist Senior Manager/IT-Prüfer und Mitglied des Kaders bei OBT. Kontakt: 055 222 89 28, philipp.schweizer@obt.ch

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Häufig reagieren Unternehmen zu spät auf Betrugsversuche.

Philipp Schweizer*

In einer Welt, in der Technologie das Rückgrat des Geschäftsbetriebs bildet, sehen sich KMU mit einer Vielzahl von IT-Risiken konfrontiert, die von raffinierten Cyberangriffen bis zu schleichenden Datenverlusten reichen. Die begrenzten Ressourcen und die oft eingeschränkten Fach- und Ressourcenkenntnisse stellen für viele KMU eine Barriere dar, wenn es darum geht, sich wirksam vor diesen Gefahren zu schützen.

In diesem Spannungsfeld zwischen den Vorteilen der Digitalisierung und den wachsenden IT-Risiken kämpfen KMU darum, ihre Geschäftskontinuität zu wahren, die Integrität sensibler Daten zu schützen und ihre Wettbewerbsfähigkeit in einer zunehmend vernetzteren Welt aufrechtzuerhalten. Eine gründliche Auseinandersetzung mit diesen Herausforderungen ist daher unerlässlich, um die Dringlichkeit eines proaktiven Ansatzes zur IT-Sicherheit, wie etwa durch regelmässige IT Health-Checks, zu verstehen und angemessen darauf zu reagieren. In diesem dynamischen Kontext wird die Wettbewerbsfähigkeit durch proaktive Sicherheitsstrategien gestärkt.

IT-Health-Check gibt wertvolle Gesamtsicht

KMU, die einen umfassenden IT-Health-Check durchgeführt haben, berichten von wertvollen Hilfestellungen und nützlichen Informationen zu ihrer IT-Umgebung. Die gewonnenen Erfahrungswerte spiegeln nicht nur die kritische Bedeutung einer robusten IT-Infrastruktur wider, sondern verdeutlichen auch die unmittelbaren Vorteile für das stabile Unternehmenswachstum. Darüber hinaus ermöglicht der Health-Check eine präzise Identifikation von potenziellen Schwachstellen, was zu gezielten Risikominimierungsmassnahmen führt. Die Erfahrungen von KMU verdeutlichen, dass der IT-Health-Check nicht nur als reaktive Massnahme, sondern als proaktiver Schutzschild dient, der die Grundlage für zukünftige Innovationen und Geschäftserfolge legt.

IT- und Sicherheitsrisiken haben stark zugenommen

Beispiele aus der Praxis zeigen, dass vor allem im KMU-Umfeld das Bewusstsein der Mitarbeitenden hinsichtlich Cyberangriffsrisiken nicht ausreichend oder regelmässig geschult wird. Wenn ein Unternehmen seine IT-Infrastruktur und -Services ausgelagert hat, wird die eigene Verantwortung, die Services zu überwachen und sicherzustellen, oft nicht genug wahrgenommen. Ein unabhängiger, externer Blick auf alle IT-betreffenden Prozesse hilft dem Management oft auch den eigenen Blick auf diese wichtigen Aspekte zu lenken sowie entsprechend darauf zu reagieren und Massnahmen in das Budget mit einzuplanen und aufzunehmen. Häufig reagieren Unternehmen erst, wenn erfolgreiche Betrugsversuche über zweifelhafte korrumpierte E-Mails oder Verschlüsselungen der IT stattgefunden haben. Eine Lösung hierzu ist ein proaktiver Ansatz, die Risiken zu kennen und ihnen entsprechend schon im Vorfeld zu begegnen.

IT-Health-Check in IT Due Diligence integrieren

Der IT-Health-Check nimmt im Kontext einer umfassenden IT Due Diligence einen zentralen Platz ein und wird zu einem entscheidenden Instrument für Unternehmen, insbesondere in Bezug auf Fusionen, Übernahmen oder strategische Partnerschaften. Während die IT Due Diligence eine gründliche Prüfung der gesamten IT-Landschaft eines Unternehmens umfasst, fokussiert sich der IT-Health-Check speziell auf die Gesundheit und Leistungsfähigkeit dieser Technologieinfrastruktur. Durch die Integration des Health-Checks in die Due Diligence werden nicht nur potenzielle Risiken und Schwachstellen aufgedeckt, sondern wird auch die Zukunftsfähigkeit der IT-Systeme bewertet.

Erkenntnisse sind wichtig für Investoren

Die Erkenntnisse aus dem IT-Health-Check sind somit von entscheidender Bedeutung für Investierende und Unternehmen, um eine fundierte Entscheidung zu treffen. Eine gründliche Analyse der IT-Umgebung ermöglicht es, Risiken zu quantifizieren, Ressourcen effektiver zu planen und die Integration neuer Technologien nahtlos zu gestalten. Letztlich fungiert der IT-Health-Check innerhalb der IT Due Diligence als Schlüsselwerkzeug, um sicherzustellen, dass die digitale Infrastruktur eines Unternehmens nicht nur den aktuellen Anforderungen entspricht, sondern auch den Herausforderungen der Zukunft gewachsen ist.

Fazit

Die derzeitige Digitalisierungswelle stellt KMU vor enorme Herausforderungen – von begrenzten Ressourcen bis zum Mangel an IT Know-how. Cyberangriffe, Datenverluste und Betriebsunterbrechungen sind reale Gefahren, die eine proaktive Antwort erfordern. Unser Schaubild zeigt die komplexe Dynamik dieser Risiken. Jedoch ist in der Erkenntnis dieser Herausforderungen auch eine Chance zur Transformation verborgen.

Mit regelmässigen IT-Health-Checks als Schutzschild können KMU nicht nur ihre Sicherheit stärken, sondern auch ihre Wettbewerbsfähigkeit ausbauen. Zudem bietet der IT-Health-Check auch eine weitere Absicherung bei Unternehmenskäufen, um nach der Akquisition nicht in eine Kostenfalle zu tappen. Das klare Fazit lautet: KMU müssen die Weichen für digitale Resilienz stellen, um die Chancen der Digitalisierung zu nutzen und eine robuste Zukunft zu gestalten.

*Philipp Schweizer ist Senior Manager/IT-Prüfer und Mitglied des Kaders bei OBT. Kontakt: 055 222 89 28, philipp.schweizer@obt.ch

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