Frauentag: Ein Tag zum Nachdenken über Vorsorge – für Frauen wie für Unternehmen

Der 8. März ist Internationaler Frauentag. Ein Tag zum Feiern? Zum Nachdenken? Vielleicht auch ein Anlass, um sich mit einem Thema zu beschäftigen, das oft erst spät Aufmerksamkeit bekommt: der eigenen Altersvorsorge.

Eigentlich leben Frauen in der Schweiz in einer komfortablen Situation. Sie können arbeiten, häufig auch in Teilzeit; was vielen Familien ermöglicht, Erwerbsarbeit und Betreuung von Kindern oder Angehörigen zu organisieren. Gleichzeitig sind sie in der beruflichen Vorsorge abgesichert. Allerdings zeigt die Realität auch eine andere Seite: Die Renten aus der zweiten Säule fallen bei Frauen im Durchschnitt deutlich tiefer aus als bei Männern. Ein Grund dafür liegt in den Erwerbsbiografien. Teilzeitpensen, tiefere Löhne oder Erwerbsunterbrüche wegen Kinderbetreuung oder Care-Arbeit wirken sich direkt auf die Pensionskasse der Frauen aus. Auch der sogenannte Koordinationsabzug spielt eine Rolle.

Die Renten aus der
zweiten Säule fallen bei
Frauen im Durchschnitt
deutlich tiefer aus als
bei Männern. Ein Grund
dafür liegt in den
Erwerbsbiografien.

Barbara Rüttimann, Kommunikationsberaterin

Das Resultat: Der Gender Pension Gap bleibt in der Schweiz hoch. Diese Entwicklung betrifft auch Unternehmen, insbesondere kleine und mittlere Betriebe. KMU beschäftigen einen grossen Teil der erwerbstätigen Frauen oft in Teilzeitmodellen. Flexible Arbeitszeiten und familienfreundliche Strukturen sind für viele Betriebe ein Wettbewerbsvorteil im Arbeitsmarkt. Denn flexible Teilzeitmodelle sind wichtig, um qualifizierte Mitarbeiterinnen zu gewinnen und zu halten. Dabei sollten gute Pensionskassenlösungen für Teilzeitangestellte bei fairen Lohnstrukturen im Fokus stehen. Auch auf individueller Ebene bleibt die Thematik schwierig: Viele Frauen übernehmen nach wie vor einen grossen Teil der unbezahlten Care-Arbeit und reduzieren dafür ihr Pensum. Hier wird oft vergessen, die finanziellen Folgen für die langfristige Altersvorsorge im Blick zu behalten. Konkret z.B. indem die eigene Vorsorgesituation regelmässig geprüft wird und möglichst früh mit der privaten Vorsorge begonnen wird. Auch kleinere Beträge in der Säule 3a können über die Jahre Wirkung entfalten. Und nicht zuletzt hilft es, offen über Geld und Vorsorge zu sprechen, auch innerhalb von Partnerschaften. Der Internationale Frauentag erinnert damit an wirtschaftliche Realitäten, für Frauen und ebenso für Unternehmen.

Barbara Rüttimann

Kolumnistin und Kommunikationsberaterin

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