Patrick Barblan: Der neue AsgaGeschäftsführer im Interview

Mit fundiertem Fachwissen, klaren Perspektiven und viel Engagement gestaltet der neue Geschäftsführer Patrick Barblan die Asga aktiv auf ihrem Weg in die Zukunft. In seinem frisch bezogenen Büro haben wir ihn getroffen, um mit ihm über seine Vision für die Asga, seine Einschätzung zur Zukunft der 2. Säule, die Auswirkungen des demografischen Wandels sowie die Chancen zur Optimierung der beruflichen Vorsorge in Unternehmen zu sprechen.

Bild: zvg

Der neue Geschäftsführer der Asga, Patrick Barblan.

Welche langfristige Vision haben Sie für die Asga?

Patrick Barblan: Die Asga soll und muss ihre äusserst attraktive Position im Markt der beruflichen Vorsorge beibehalten. Dafür steht eine weiterhin solide, sicherheitsorientierte Geschäftspolitik mit attraktivem Pricing und überzeugenden Leistungen. Die genossenschaftliche Verankerung garantiert eine klare Ausrichtung auf die Interessen der Mitglieder und Versicherten. Ergänzt wird dies durch den Anspruch, mit dem «Best-inClass»-Ansatz eine erstklassige Kundenbetreuung sicherzustellen. Parallel dazu investieren wir gezielt in die IT-Infrastruktur sowie in die Automatisierung und Digitalisierung unserer Prozesse. Ziel ist der schrittweise Übergang zu einem digitalen Geschäftsmodell. Ein grosser Teil der Abläufe in der beruflichen Vorsorge eignet sich für eine vollautomatisierte «Machine-to-Machine»-Abwicklung. Dadurch gewinnen wir mehr Freiraum für den persönlichen Kontakt. Und so können wir die Beratung und Betreuung der Mitglieder und Versicherten weiter verbessern, anstatt den Fokus auf reine Verwaltungstätigkeiten zu legen.

Wie sehen Sie die Zukunft der beruflichen Vorsorge im Allgemeinen?

Barblan: Grundsätzlich bin ich von den Vorteilen des 3-SäulenSystems in der schweizerischen Altersvorsorge überzeugt und damit auch vom langfristigen Bestand der beruflichen Vorsorge als tragendes Element dieses Systems. In den kommenden Jahren dürfte der politische Fokus jedoch eher auf der 1. Säule, der AHV, liegen, während wir in der beruflichen Vorsorge eher vor ökonomischen und technischen Herausforderungen stehen.

Wir investieren gezielt in die IT-Infrastruktur sowie in die Automatisierung und Digitalisierung unserer Prozesse.

Patrick Barblan, Asga Geschäftsführer

Grundlegende Veränderungen erwarte ich in drei Bereichen: Erstens wird, wie bereits erwähnt, die Digitalisierung der Geschäftsmodelle vorangetrieben, wobei grössere Anbieter zunehmend auf automatisierte Prozesse setzen. Zweitens dürfte es eine weitere Konsolidierung bei Vorsorgeeinrichtungen und Systemanbietern geben, wovon insbesondere Sammel- und Gemeinschaftseinrichtungen profitieren. Drittens könnten regulatorische Anforderungen komplexer werden, was grössere Anbieter meistern, kleinere Anbieter jedoch stärker unter Druck setzt.

Wie reagieren Pensionskassen und die Asga auf den demografischen Wandel?

Barblan: Die demografische Entwicklung ist für Pensionskassen in vielerlei Hinsicht eine Herausforderung. Obwohl die berufliche Vorsorge im Unterschied zur AHV dank dem Kapitaldeckungsverfahren eigentlich von der demografischen Entwicklung nicht so sehr betroffen sein sollte, ist sie es trotzdem. Einerseits führt der im Gesetz verankerte und versicherungsmathematisch zu hohe Mindestumwandlungssatz weiterhin zu sogenannten Verrentungsverlusten, welche die Pensionskassen zu tragen haben. Andererseits führt die Zunahme der Rentnerbestände in den Pensionskassen zu einer veränderten Risiko- und Sanierungsfähigkeit der Pensionskassen.

Entscheidend ist, die bestehende Lösung regelmässig zu überprüfen, denn Unternehmen entwickeln sich ständig weiter: Sie wachsen, schrumpfen, erschliessen neue Geschäftsfelder oder ändern ihre Entlohnungssysteme.

Patrick Barblan

Die Asga achtet daher auf ein gesundes Verhältnis zwischen aktiv Versicherten und Rentenbeziehenden sowie auf ein attraktives Wachstum, welches zur Risikofähigkeit und Effizienz der Pensionskasse beiträgt. Schliesslich sind wir, wie viele andere Branchen auch, vermehrt mit der Schwierigkeit konfrontiert, genügend Fachpersonal auf dem Arbeitsmarkt rekrutieren zu können. Hier versuchen wir, unseren Nachwuchs dank geeigneter Lehrstellen nach Möglichkeit selbst auszubilden.

Wie können Unternehmen ihre Vorsorge optimieren, und welche Schritte empfehlen Sie?

Barblan: Unternehmen haben heute vielfältige Möglichkeiten: Dazu gehören etwa die Anpassung des Vorsorgeplans für Teilzeitbeschäftigte, das überobligatorische Sparen, die Bildung verschiedener Personalkategorien, die Einführung von Wahlplänen oder die Äufnung von Arbeitgeberbeitragsreserven. Entscheidend ist, die bestehende Lösung regelmässig zu überprüfen, denn Unternehmen entwickeln sich ständig weiter: Sie wachsen, schrumpfen, erschliessen neue Geschäftsfelder oder ändern ihre Entlohnungssysteme. Solche Veränderungen können eine Anpassung der Vorsorgelösung sinnvoll oder notwendig machen. Bei der Überprüfung empfiehlt es sich, auf professionelle Beratung zurückzugreifen, um die Lösung optimal auf die Bedürfnisse des Unternehmens und seiner Mitarbeitenden abzustimmen.

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