Gute Berufsbildnerinnen und Berufsbildner sind Gold wert. Sie begleiten Lernende während ihrer Ausbildung und fördern damit Fachkräfte von Morgen. Und: sie sind ein strategischer Erfolgsfaktor für jedes Unternehmen.
24. April 2026
Berufsbildnerinnen und Berufsbildner bilden die Fachkräfte von Morgen aus – hier am Beispiel vom Beruf Landmaschinenmechaniker/in EFZ.
Von Dennis Malischke
Jonas Schudel, was machen Berufsbildnerinnen und Berufsbildner genau?
Jonas Schudel: Berufsbildnerinnen und Berufsbildner geben die Leidenschaft für ihren Beruf und ihren Berufsstolz direkt an die nächste Generation weiter. Sie bringen jungen Menschen praktisches Handwerk und theoretisches Wissen während einer Lehre bei. Damit verantworten die Berufsbildenden nicht nur die fachliche, sondern auch die persönliche Entwicklung. Zusätzlich umfasst der Verantwortungsbereich Aufgaben wie «beurteilen der Leistungen der Lernenden», «führen von Standortgesprächen» und «sicherstellen der Ausbildungsziele». So tragen Berufsbildnerinnen und Berufsbildner mehrere Hüte, sie sind «Fachexperte», «Coach» und «Unterstützerin» zugleich.
Wieso sind Berufsbildende so wichtig?
Schudel: Berufsbildnerinnen und Berufsbildner sichern die Qualität der Berufslehre und damit auch der Wirtschaft. Denn die Lernenden von heute sind die Bäcker, Informatikerinnen und KVler von Morgen. Für diesen Weg braucht es Personen, die mit Erfahrung und Wissen wie auch mit Empathie und Engagement unterstützen. Das sind bzw. machen die Berufsbildenden. Sie ermöglichen Jugendlichen einen erfolgreichen Start ins Berufsleben und sorgen dafür, dass der Arbeitsmarkt über gut ausgebildete Fachkräfte verfügt. Ohne Berufsbildende wäre unser duales Bildungssystem nicht funktionsfähig.
«Berufsbildnerinnen und Berufsbildner sichern die Qualität der Berufslehre und damit auch der Wirtschaft.»
Jonas Schudel, Leiter Betriebliche Bildung im MBA
Was sind Herausforderungen bei der Ausbildung?
Schudel: Ausbilden ist eine Tätigkeit, bei der die Beziehung zwischen Menschen im Vordergrund steht. Daher gilt es, dass Berufsbildende und Lernende aufeinander eingehen und dabei die verschiedenen Persönlichkeiten, Fähigkeiten und Bedürfnisse kennenlernen und berücksichtigen. Eine solche nahe Zusammenarbeit hilft besonders dann, wenn mal Leistungsschwankungen oder Motivationsprobleme auftreten. In der Ausbildung soll auch genügend Zeit zur Verfügung stehen, damit die Jugendlichen ihren Aufgaben entsprechend nachgehen können. Und dies trotz laufendem und teilweise hektischem Arbeitsalltag. Schlussendlich sollen Berufsbildnerinnen und Berufsbildner ein Vorbild sein und immer wieder den Blickwinkel ihrer Lernenden einnehmen.
Zum Ausbilden braucht es zusätzliche Ressourcen, das ist Aufwand, nicht wahr?
Schudel: Um den Berufsnachwuchs anzuleiten, zu begleiten und zu beurteilen, braucht es Zeit und Hingabe. Dies ist bei erwachsenen Mitarbeitenden, die beispielsweise einen Job neu beginnen, auch der Fall. Doch vielmehr möchte ich sagen: Lernende auszubilden lohnt sich. Die jungen Menschen entwickeln sich zu wertvollen Mitarbeitenden und sichern den Nachwuchs im Betrieb. Dies untermauert auch die Studie von der Eidgenössischen Hochschule für Berufsbildung vom Herbst 2025. Die Erkenntnisse sagen, dass Betriebe mit dem Ausbilden quasi einen «Gewinn» machen. Denn die Lernenden übernehmen bereits früh produktive Aufgaben und tragen so entscheidend zur Arbeitsleistung eines Unternehmens bei.
«Als Mittelschul- und Berufsbildungsamt heissen wir alle Berufsbildenden herzlich willkommen und unterstützen sie.»
Jonas Schudel, Leiter Betriebliche Bildung im MBA
Weshalb soll man heutzutage Lernende ausbilden, also Berufsbildnerin oder Berufsbildner sein?
Schudel: Wer möchte sich nicht stets weiterentwickeln, Führungskompetenzen stärken und eine sinnhafte Arbeit für Jugend und Gesellschaft leisten? Dies ist als Berufsbildnerin und Berufsbildner möglich. Ich freue mich über alle Betriebe, die bereits ausbilden und über diejenigen, die es noch wollen. Als Mittelschul- und Berufsbildungsamt heissen wir alle Berufsbildenden herzlich willkommen und unterstützen sie. An dieser Stelle möchte ich mich für das grosse Engagement für die Berufsbildung im Kanton Zürich bedanken.
Jonas Schudel
Leiter Betriebliche Bildung im
Mittelschul- und Berufsbildungsamt MBA
Info
Das Mittelschul- und Berufsbildungsamt
Das Mittelschul- und Berufsbildungsamt (MBA) beaufsichtigt die Mittelschulen und die Berufsbildung im Kanton Zürich. Neben den Berufsfachschulen ist das Amt auch für die Lehrbetriebe und die Anbietenden von Berufsvorbereitungsjahren zuständig. Ziel des MBA ist es, dass 95 % aller 25-Jährigen über einen regulären Schulabschluss auf Sekundarstufe II verfügen. Die Lernenden und Studierenden sollen zu kompetenten, leistungsbereiten und verantwortungsbewussten Persönlichkeiten ausgebildet werden. Das MBA kann auf eine starke Berufsbildung im Kanton Zürich zählen: rund 75 % aller Jugendlichen absolvieren eine Lehre.
Über 36000 Lernende geniessen eine Ausbildung in den rund 14000 Lehrbetrieben. Begleitet werden sie von rund 15 600 Berufsbildnerinnen und Berufsbildner. Und rund 5000 Personen lassen sich jährlich dazu ausbilden.
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Das Mittelschul- und Berufsbildungsamt
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Über 36000 Lernende geniessen eine Ausbildung in den rund 14000 Lehrbetrieben. Begleitet werden sie von rund 15 600 Berufsbildnerinnen und Berufsbildner. Und rund 5000 Personen lassen sich jährlich dazu ausbilden.
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