Zukünftige Leadership-Kompetenzen aufbauen

Haben Sie sich auch schon gefragt: «Bin ich, ist mein Team oder ist meine Unternehmung fit für die Zukunft? Und wie machen wir uns fit?» Marcel Rüfenacht von der KV Business School Zürich zur digitalen Transformation als Ursache und Wirkung veränderter Kompetenzanforderungen.

Marcel Rüfenacht

Digitalexperte, Inspiration Leader und Trainer der KV Business School Zürich und begleitet Unternehmen in Personal- und Organisationsentwicklungsthemen.

Die digitale Transformation beschleunigt den digitalen Wandel der Gesellschaft und der Wirtschaft und somit auch den Kompetenzbereich: den Übergang vom von analogen Technologien geprägten Industriezeitalter hin zum Zeitalter von Wissen und Kreativität. Digitalisierung und Automatisierung steigern nicht nur die Nachfrage nach digitalen Fähigkeiten, sondern auch nach unternehmerischen, kollaborativen und kreativen Kompetenzen. Dementsprechend entstehen völlig neue Anforderungen an Indi-viduen, Teams und ganze Unternehmen. Selbstorganisation, Führungs-, Anpassungs- und Teamfähigkeit oder Kreativität sind Kompetenzen, welche langfristig wichtiger werden und Mitarbeitende befähigen, dauerhaft mit Veränderungen umzugehen. Und die Entwicklung eines Toolsets ist für Unternehmen unabdingbar.

Nur wer Veränderungen als Chance für sich selber erkennt und sich darauf einlassen kann, ist in der Lage, in der digitalen Transformation eine aktive Rolle zu übernehmen.

Marcel Rüfenacht, Digitalexperte, Inspiration Leader und Trainer der KV Business School Zürich

Wie gehen Sie damit um? Wie stark ist eine Lernkultur in Ihrer Organisation verankert? Und wie gehen Sie mit der zunehmenden Komplexität und mit digitalen Arbeitsinstrumenten aller Art um?

Informationen müssen heutzutage im Alltag auf mehreren analogen und digitalen Kanälen parallel bearbeitet werden. Oft sind traditionelle Vorgehensweisen oder Instrumente zu wenig effizient oder zielführend. Sie orientieren sich an Organisationsformen, die so nicht mehr bestehen, oder sie berücksichtigen zu wenig die Komplexität der Lösungsfindung und führen die Anwender auf eine falsche Fährte, mit unbefriedigenden Resultaten. Die Anwendung von verschiedenen Tools zur Kollaboration und Kommunikation innerhalb und über die Organisationsgrenzen hinaus wird zentral für eine Lösungsfindung von komplexen Problemstellungen. Der Einbezug von Kunden in die Produktentwicklung lässt sich damit sicherstellen und ermöglicht ein effizientes Vorgehen und erfolgreiches Ergebnis. Je mehr Mitarbeitende Verantwortung im Umgang mit Tools übernehmen, daran Interesse zeigen und dank ihrem Mindset in der Lage sind, neue Instrumente auszuprobieren, desto mehr können neue Arbeitsformen Fuss fassen und bestehende Strukturen beginnen, sich zu ändern. Ein Verständnis für Daten und deren Umsetzung ermöglicht es zudem, Tools zu evaluieren und einzuführen, um Aufgaben zielgerichtet zu erledigen, Daten besser zu interpretieren oder Kollaboration zu fördern. Sie treiben damit wiederum die Digitalisierung an.
Damit dies gelingen kann, sind folgende Kernkompetenzen gefragt:

Systemisches Denken

Mit ganzheitlicher Betrachtung können etwa dank der Digitalisierung clevere Automatisierungsschritte vorgenommen werden, damit die Effizienz und Effektivität im System gesteigert werden können. Es benötigt dazu Empathie, Achtsamkeit und unternehmerisches Denken und Handeln im Zusammenspiel mit den KundInnen. Unternehmen tun gut daran, KundInnen bei Lösungsfindungen zu involvieren.

Arbeitsverhalten

Mitarbeitende bewegen sich selbstgesteuert und arbeiten am und im System. Es wird verlangt, dass mit Imperfektion umgegangen werden kann. Pragmatismus und Augenmass sind in einer dynamischen Welt gefragt. Eine «gesunde Resilienz» ist entscheidend für Selbststeuerung. Ist bei Ihnen die Verantwortung auf mehreren Schultern verteilt?

Prozessdenken

Mit Verständnis für den Gesamtprozess können die besten Lösungen für die eigenen Arbeiten in diesem Prozess verstanden und im Team beste Lösungen umgesetzt werden. Für solche Lösungen benötigt es ein umfassendes Verständnis über Daten und Datenflüsse. Für Unternehmen bedingt dies aber eine gute Datenqualität, um überhaupt Automatisierungen vorantreiben zu können.

Methodenkompetenz

Mit den für die heutige Arbeitswelt erprobten Methoden und Modellen werden umsetzbare Lösungen gefunden. Haben Sie eine Erlebniswelt mit agilen Arbeitsmethoden geschaffen und besteht Raum, Methoden auszuprobieren und miteinander Erfahrungen zu teilen?

Leadership

Die Arbeit in neuen Arbeits- und Organisationsformen erfordert einen Kulturwandel. Eigene Denk- und Handlungsmuster müssen hinterfragt werden. Es benötigt eine vertrauensvolle, laterale wertebasierte Führungskultur.

Marcel Rüfenacht

Digitalexperte, Inspiration Leader und Trainer der KV Business School Zürich und begleitet Unternehmen in Personal- und Organisationsentwicklungsthemen.

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